unerzogen leben! – 5 Schritte zu mehr Leichtigkeit

Little curly girl blowing dandelion.

Unerzogen hat mein Leben verändert. Meine Mutterschaft hat mein Leben verändert. Meine Entscheidungen haben mein Leben verändert. Ich habe mein Leben verändert. 2016 war für mich der gelebte Ausdruck dieser Veränderung. Ich durfte in diesem Jahr viele Eltern kennenlernen und begleiten. Zwei Dinge sind mir dabei immer wieder begegnet: die Angst und die Sehnsucht.

Viele Eltern haben Angst nicht gut genug zu sein. Sie sorgen sich, ihre Kinder in der Vergangenheit unbewusst und unwiderruflich durch Erziehung geschadet zu haben. Und sie leiden, weil ihr Veränderungsprozess ihnen nicht schnell genug vorangeht. Sie wollen Erziehung hinter sich lassen, haben die Haltung in der Theorie verstanden oder gar verinnerlicht und trotzdem passiert es immer wieder und sie werden ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht. Sei es, weil ihr Lebensrahmen sie in Dauerstress versetzt, sei es, weil die selbst erlebte Erziehung doch tiefer sitzt als gedacht, sei es, weil das Umfeld stark erzieherisch ist. Dabei sind sie voller Sehnsucht nach Authentizität, Liebe und Leichtigkeit.

Was ich beobachte, ist, dass sich ganz viele wundervolle Menschen auf den Weg machen, bedingungslos zu lieben und sich dabei nicht selten unheimlich unter Druck setzen.



Transformation aber braucht Zeit!

Wenn du dir also etwas für das kommende Jahr, den kommenden Monat, die kommende Woche oder den kommenden Tag vornehmen willst, so habe ich drei Empfehlungen für dich, die mir selbst das Leben deutlich leichter machen:



1. Entspann dich und höre auf, dich mit anderen zu vergleichen!

Dein Weg ist einzigartig und du gibst jeden Tag das, was für dich in diesen Moment möglich ist. Jeder einzelne Schritt, den du jetzt gehst, bringt dir neue Erkenntnisse, die für deinen Entwicklungsprozess wichtig sind. Wir alle entwickeln uns nicht von jetzt auf gleich. Lerne von deinen Kindern, die etwas immer und immer wieder üben, ohne Angst davor, Fehler zu machen. Lasse dir Zeit für deinen individuellen Prozess in deiner ganz individuellen Situation. Mute dir und deiner Familie nur das zu, was ihr gerade auch tragen könnt. Es ist kein Wettbewerb. Veränderungen sind anstrengend und lassen sich deutlich besser bewältigen, wenn du dabei achtsam bleibst.

Frage dich: wie viel kann ich mir und meiner Familie jetzt zumuten? Lass dich nicht verunsichern durch die Empörung anderer. Auch nicht durch die Empörung in einigen meiner Texte. Nimm das, was dich inspiriert und was du zum jetzigen Zeitpunkt gebrauchen kannst. Alles andere hat vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt Platz.



2. Sei da! Für dich.

Deine Kinder sind manchmal ziemlich frustriert, wenn sie Dinge nicht so schaffen oder können, wie sie es gerne wollen. Und du wirst vermutlich an diesen Punkt versuchen sie liebevoll zu begleiten. Das kannst du auch für dich tun. Nimm dich liebevoll in den Arm, schenk dir Empathie und sei auch dir ein zugewandtes und verständnisvolles Elternteil. Auch du bist gerade erst dabei zu lernen wie man läuft! Wenn du stark erzogen wurdest, ist auch dir der Umgang mit starken Gefühle nicht wirklich vertraut. Also sehe auch in dir die Überforderung und die Not, wenn du innerlich wütest.

Frage dich: wie „gut“ bin ich zu mir selbst? Was brauche ich jetzt, damit es mir besser geht? Was kann ich für mich selbst tun, während ich dabei in meiner Verantwortung bleibe?



3. Sieh das Geschenk und nimm es an!

Im Alltag mit Kindern stehen wir immer wieder vor herausfordernden Situationen. Nicht selten sind wir regelrecht überfordert und geraten dadurch unter Druck. An dieser Stelle kannst du dich entscheiden: siehst du nur Angriffe, persönliches Versagen oder eine Chance? Ein Geschenk, welches das Verhalten deines Kindes oder deine Gefühle dir gerade offenbaren? Die Chance, dein Handeln zu reflektieren, dein Leben neu zu ordnen.

Frag dich: was will mir diese Situation sagen? Welche Chance ergibt sich daraus für mich? Was kann ich daraus lernen? Und welche Reaktionen oder Aktionen bringen mich jetzt meinen Zielen näher, auf dem Weg zu einer gleichwürdigen Beziehung? Was will ich ändern? Was muss ich loslassen und was muss ich annehmen? Was will ich wirklich in meinem Leben?



4. Setze es um!

Wir Menschen haben das Bedürfnis nach Entwicklung. Alles in und um uns ist auf Veränderung und Entwicklung ausgerichtet. Weder das Leben, noch wir selbst sind statisch. Inneres Wachstum bedingt Bewusstsein, dafür müssen wir lernen, unsere Bedürfnisse wahrzunehmen und uns selbst ernst zu nehmen. Dazu gehört eben auch das durch Reflextion Erlernte und durch Achtsamkeit Wahrgenommene umzusetzen. Taten folgen zu lassen. Raus aus der Theorie, rein ins Handeln! Lasse deine Erkenntnisse nicht verpuffen, sondern nutze die nächste Gelegenheit um zu üben! Ohne Angst vor Fehlern.

Frag dich: was ist das schlimmste Szenario, welches ich mir vorstellen kann, wenn ich es nun anders mache? Du wirst vermutlich sehr oft merken, dass selbst das schlimmste Szenario besser wäre, als Stillstand und in der Regel überhaupt nicht schlimm.



5. Schau hin, auch wenn es weh tut!

Befinden wir uns innerlich in der Verwandlung und sind vielleicht zusätzlich dabei, auch noch unseren Lebensrahmen auf den Kopf zu stellen, wird aus der Herausforderung schnell Überforderung. Mit ein wenig Achtsamkeit schaffst du es, den Prozess zu entschleunigen und deine Transformation (wieder) selbst zu steuern. Manchmal aber brauchen wir keine Entschleunigung, sondern erleben einer Art Stagnation und kommen nicht richtig weiter. Wenn du für dich feststellst, dass ein bestimmter Bereich in deiner Beziehung zu deinem Kind, zu dir selbst, zu deinem/r Partner/in, ein bestimmter Bereich deines Lebens dir immer wieder Schwierigkeiten bereitet und dich nicht weiterkommen lässt, dann schau hin! Ja, genau dahin, wo es mitunter weh tut. Gehe es an. Es wird sich nichts ändern, wenn du wartest. Wenn du unzufrieden bist, dann ändere etwas. Lerne darüber. Werde zum/zur Experten/in deines Problems.

Frage dich: bringt mich die Auseinandersetzung mit diesem Thema zum jetzigen Zeitpunkt näher an den Punkt, wo ich hinwill? Kann ich weitermachen ohne es mir anzuschauen?

Glaub an dich! Du bist ok, so wie du bist! Und du hast bereits jetzt alles in dir, was du brauchst, um die Mutter oder der Vater zu sein, den du dir zu sein wünschst. Wahrscheinlich bist du es öfter, als es dir selbst auffällt!

Du brauchst Begleitung dabei? Im Januar habe ich eine Überraschung für dich: ich coache und du bestimmst, was es dir wert ist! Mehr dazu erfährt du in wenigen Tagen hier und auf Facebook!

Saluditos & Axé

Eure

Aida S. de Rodriguez

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Foto von ulkas, erworben bei Fotolia.

About The Author

Aida S. de Rodriguez

Aida ist Mutter eines Zwillingspärchens und eines ein Jahr jüngeren Sohnes. Ihre Kinder wachsen interkulturell, mehrsprachig sowie bedürfnisorientiert auf. Als Coach, Beraterin und Trainerin begleitet sie Menschen rund um die Themen Unerzogen, Selbstwirksamkeit, Transformationsprozesse und Diversity. Ihre Vision ist ein gleichwürdiges Miteinander aller Menschen. Dafür setzt sie sich für die Rechte von Kindern auf gewaltfreien Umgang sowie auf ein selbstbestimmtes Leben und Lernen ein.

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