Wenn der Ernst des Lebens beginnt – Warum Eltern an der Seite ihrer Kinder stehen müssen

happy child little girl with glasses reading a books

In der Auseinandersetzung über ein gewaltfreies Miteinander, insbesondere im Umgang mit unseren Kindern, gibt es immer wieder einen Punkt, der eine Art Bruch darstellt. Wenn „der Ernst des Lebens beginnt“, verstehen viele Eltern keinen Spaß mehr. Schule scheint im Leben Vieler einen wichtigen Meilenstein darzustellen. Es determiniert nicht selten die Art und Weise, wie mit Kindern umgegangen wird, denn „spätestens in der Schule“ müssen die Kinder ja auch dies und jenes tun.

Aber ist es denn wirklich so? Beginnt mit der Schule „der Ernst des Lebens“ und müssen Kinder frühzeitig darauf vorbereitet werden? Legitimiert es oder erfordert es womöglich sogar übergriffiges Verhalten? Oder wird hier etwas Anderes gebraucht?

Wer meine Texte liest, wird sich die Antwort darauf denken können. Aber fangen wir einmal von vorne an:

Digitalisierung und Globalisierung sind uns allen vertraute Begriffe und Phänomene. Diese sowie andere Herausforderungen unserer Zeit erfordern ein Umdenken auf allen Ebenen. Leben, Lernen und Arbeiten wird zunehmend als fließender Prozess verstanden. Ein erfolgreicher Umgang mit der zunehmenden Komplexität unserer Aufgaben erfordert gänzlich andere Fähigkeiten von uns Menschen und auch von unserer Gesellschaft als Ganzes. Es bedingt die Bereitschaft zur Veränderung und sich aus eigenem Antrieb immer wieder neues Wissen anzueignen. Dies überfordert unsere teils darauf schlecht vorbereiteten Generation mitunter enorm und setzt für die Zukunft neue Lern- und Arbeitsformen voraus. Wir brauchen neue Wege! Auch in der (Lern-)Begleitung unserer Kinder.

Unsere Kinder sind auf unsere Unterstützung angewiesen und darauf, dass wir an ihrer Seite stehen. Bedingungslos! Wir sind ihre wichtigsten Bezugspersonen und haben die Aufgabe, sie in die Unabhängigkeit zu begleiten, sie dabei aber zugleich zu beschützen und ihnen Geborgenheit zu geben. Kinder brauchen Bindung und Vertrauen, um sich lösen und ihre Potentiale vollkommen entfalten zu können. Es ist leicht zu verstehen, dass diese sich scheinbar konträr bewegenden Prozesse – Begleitung in die Unabhängigkeit versus Bindung – eine große Herausforderung darstellen und im Alltag zu Verunsicherung führen in Anbetracht fehlender Vorbilder in einer sich ständig verändernden Welt. Vor allem in Bezug auf Schule in einem Land, in dem Schulpflicht herrscht und Lernen in einer bestimmten Art und Weise per Gesetzt definiert wird, welche aber nicht mehr in den vorzufindenden Rahmen passt.

Unsere Welt verändert sich. Die meisten Schulen jedoch nicht. Das System Schule ist vielerorts in Umbruch, doch dieser Prozess hält nicht Schritt mit den Veränderungen um uns herum. Dies belastet alle sich darin befindenden Akteure. Kinder, Eltern und Lehrer. Alle leiden. Alle schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu. Erdrückt werden aber unter dieser Last vor allem die Kinder, die weder Lobby, noch die Möglichkeit haben, sich aus eigener Kraft aus dem System zu befreien und per se gar keine Verantwortung tragen können.

Versteht mich an dieser Stelle nicht falsch. Ich bin ein großer Fan von Bildung und setze mich mit meinen Verein Madrina Sophia unter anderem aktiv dafür ein, dass auch marginalisierte Kinder in Lateinamerika einen Zugang dazu bekommen. Alle Menschen haben ein Recht auf Bildung. Zugleich halte ich es für unfassbar, unter welchen Bedingungen Lehrer teilweise arbeiten müssen, es ist unmenschlich was Eltern zu leisten haben, das spüre ich selbst jeden Tag, doch derzeit bezahlen insbesondere unsere Kinder dafür den Preis. Dass ich mich für Kinder und deren Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und Lernen sowie für ein gewaltfreies Aufwachsen einsetze, bedeutet nicht, dass ich die Herausforderungen anderer Gruppen nicht sehe. Gerade als Mutter ist gänzlich das Gegenteil der Fall.

Weder das Glück, noch der Erfolg eines Menschen hängen davon ab, in der Schule zu einem durch andere definierten Zeitpunkt bestimmte Dinge auswendig gelernt zu haben. Auch dann nicht, wenn andere dies für eine enorme Bereicherung für das eigene Leben betrachten. Glück und Erfolg hängen allerdings maßgeblich von der erfahrenen Selbstbestimmung und von der Liebe unserer Eltern ab. Es ist wichtig, dass Eltern an der Seite ihrer Kinder stehen, sich für sie einsetzen und nicht zum verlängerten Arm des Systems werden. Um zu verstehen, warum das so ist, ist es wichtig zu verstehen, wie wir Menschen lernen. 



Lernen ist ein Akt des Selbst

Die Sprachentwicklung von Kindern zeigt uns exemplarisch, wie Lernen funktioniert. Kinder lernen „einfach so“ zu sprechen. Sie kommen auf die Welt, hören eine oder mehrere Sprachen um sie herum und irgendwann bilden sie selbständig Laute, Wörter und ganze Sätze. Das eine Kind früher, das andere später. Das eine zeigt jeden einzelnen Lernschritt, das andere erscheint stumm und beginnt plötzlich von Null auf Hundert zu sprechen. Manchmal, so wie meine Kinder, mehrere Sprachen auf einmal. Das Tempo ist höchst individuell, genau so wie die Art und Weise wie gelernt wird. Das eine Kind beobachtet, das andere übt. Sprachen werden im Allgemeinen am erfolgreichsten durch „ein Eintauchen“ in diese erlernt. Das erkennt jeder, der eine Zeit im Ausland verbringen durfte, zum Beispiel im Rahmen eines Austauschjahres. Was Schule über viele Jahre vergeblich versucht, löst ein mehrwöchiger Aufenthalt problemlos. 



Leichtigkeit und Leidenschaft führen zum Erfolg, nicht „der Ernst des Lebens“, Druck und Zwang

Selbständigkeit ist eng mit Selbstbestimmung verknüpft. Menschen lernen durch aktives Handeln und Erleben. Kinder spielen und begreifen dabei ihre Welt. Sie lernen spielerisch zu sprechen und zu laufen. Sie lernen am Vorbild, durch Resonanz und spielerisches Ausprobieren sozialer Normen. Sie tun all das wie „beiläufig“ aus sich selbst heraus und in Beziehung. Spielen ist eine der wichtigsten Formen des Lernens. Es ist eng verknüpft mit Neugierde und der Lust das Unbekannte zu entdecken, was wiederum untrennbar verbunden mit einer Beschäftigung ist. Während Menschen spielen, sind sie konzentriert und beschweren sich zum Beispiel nicht über Anstrengung. Kinder können den ganzen Tag rennen, springen, hüpfen und tun dann alles um weitermachen zu dürfen. Ist man dann zum Beispiel vom Spielplatz auf dem Weg nach Hause, sind die Beine plötzlich so schwach, dass kein weiterer Schritt mehr möglich ist. Sie machen uns dabei nichts vor, sondern die Erregung lässt nach und die Müdigkeit kann sich zeigen. Das kennt jeder, der begeisterter Sportler ist oder leidenschaftlich einem Beruf nachgeht. Konzentration ist also ein Nebenprodukt einer durch Neugierde entstandenen, fesselnden und einnehmenden Beschäftigung, die die gesamte Psyche beansprucht.

Kinder lernen beim Spielen, intrinsisch motiviert und wenn sie eben soweit sind. Es macht daher wenig Sinn, Entwicklungsschritte in ein Schema zu stecken, antizipieren oder vordiktieren zu wollen. Frust und Widerstand sind dann vorprogrammiert.

Alle Kinder wollen lernen. Das entspricht ihrem Naturell. Allerdings wollen sie selbstbestimmt lernen, denn sie wissen, was gerade für die eigene Entwicklung benötigt wird und an der Reihe ist. Durch Neugier an bestimmten Erfahrungen und Zusammenhängen signalisiert das Kind dem Erwachsenen sein Interesse und seine innere Bereitschaft für den nächsten Entwicklungsschritt. Kinder wollen die sie umgebende Welt wahrhaftig begreifen und verstehen und suchen dabei nach Orientierung und Antworten. Sie sind wahre Forscher, die mit allen Sinnen das Objekt der Begierde erkunden. Neugierde und Offenheit sind der Motor des Lernens. Diese bleiben dann aus, wenn ein Kind über- oder unterfordert wird oder wenn Kinder sich körperlich oder psychisch unwohl fühlen. Das erklärt auch die große Bedeutung von Beziehungsarbeit für die Entwicklung von Kindern. Die Aufgabe von Erwachsenen, die Kinder im Leben und Lernen begleiten, ist es, dies zu erkennen und dafür zu sorgen, dass es dem Kind besser gehen kann. Vor allem zuhause, wenn sie schon per Gesetz zur Beschulung verpflichtet werden. Zu erkennen, dass dieser Zwang auch schädlich ist, gehört ebenfalls dazu. Manchmal reicht es bereits, wenn sich unsere Kinder gesehen fühlen.

Kannst du dich daran erinnern, als dein Kleinkind immer wieder das Essen aus seinem Hochstuhl geworfen hat? Immer und immer wieder? Oder als es digitale Medien für sich entdeckte und die eine Sendung immer und immer wieder ansehen wollte? Oder als es jeden Tag puzzeln wollte? Es übte! Ja, selbst beim Computer spielen oder beim Abhängen mit Freunden. Letzteres ist das viel gepriesene Erlernen von Sozialverhalten, welches wir gerne argumentativ nutzen, wenn wir den Besuch im Kindergarten oder in der Schule für unabdingbar erklären, aber unseren Kindern gerne madig machen, wenn sie dafür ihren schulischen „Verpflichtungen“ nicht nachkommen…

Erinnerst du dich, als dein Kind sich selbständig anzuziehen begann? Als es selbständig den Löffel halten konnte? Als es laufen lernte, krabbelte oder saß? Viele dieser Sachen kamen scheinbar einfach so. Manchmal durch sichtbares, exzessives Üben, um Abläufe und Erfahrungen zu verinnerlichen und neue Fähigkeiten mit den bereits vorhandenen zu verbinden. Kinder wollen Erfahrungen machen, mit Leidenschaft und Leichtigkeit. „Selber“ oder „alleine“ wie Zweijährige zu sagen pflegen. Manchmal erkennen wir die Motivation hinter ihren Handlungen. Doch oft hindern wir sie im Lernen, weil wir loben, strafen, bewerten, willkürlich Grenzen setzen oder schlicht ungeduldig sind, anstatt zu unterstützen und Orientierung zu geben. Weil wir nicht erkannt haben, dass unser Kind mit seinem Verhalten gerade für sich etwas verstanden hat oder verstehen will. Weil wir nicht neugierig und offen genug sind. Oder weil wir ehrlicherweise schlicht zu erschöpft sind. Nicht selten vom leidigen Kämpfen rund um die Hausaufgaben.

Kinder benötigen für ihre Entwicklung ganzheitliche Erfahrungen sowie die Möglichkeit alle Sinne einzusetzen und somit auch Bewegung um zu lernen. Sie wachsen und müssen immer wieder aufs Neue lernen mit ihren neuen Körperverhältnissen umzugehen. Kinder drücken außerdem ihre Emotionen über die Motorik aus. Besonders deutlich zu erkennen ist es zum Beispiel, wenn kleine Kinder noch nicht richtig sprechen können und sich dann körperlich verständigen, was gerne von Erwachsenen als aggressives Verhalten missverstanden und nicht selten bestraft wird. Es ist die natürliche Anlage von Kindern, in Bewegung zu sein und maßgeblich für die Ausbildung von Sozialverhalten, für eine gesunde Entwicklung, zur Potentialentfaltung und für nachhaltiges Lernen, dass sie sich frei und selbstbestimmt bewegen dürfen und nicht gezwungen werden, über einen längeren Zeitraum am gleichen Ort zu sitzen. Sie benehmen sich nicht schlecht in der Schule, wenn sie „herumzappeln“ und brauchen in der Regel auch keine Pillen. Was sie benötigen, ist eine andere Lernumgebung!

Wir teilen unsere Welt in Spaß und Arbeit. Freude und Ernst. Pflicht und Kür. Und stehen uns damit selbst im Weg, aber auch unseren Kindern. Mit der Schule darf nicht der Ernst des Lebens beginnen, denn Lernen ist Leben! Wir lernen immer und ständig und zwar am allerbesten, wenn wir dabei großen Spaß haben! Wir brauchen dafür keine Schule, doch Schule kann uns die Freude am Lernen nachhaltig nehmen, wenn sie nicht zu unseren Bedürfnissen passt, was leider sehr oft der Fall ist.

Lernen ist ein selbstgesteuerter, selbstbestimmter, lebendiger und immer fortwährender Prozess des Lebens, der die Entdeckung eigener Interessen, Fähigkeiten und Potentiale ermöglicht und so zur nachhaltigen Potentialentfaltung führt und Selbstwirksamkeit ermöglicht. Kinder brauchen dazu eine ihrer Entwicklung entsprechend vorbereitete und geborgene Umgebung, das Recht zur Mitbestimmung und Mitgestaltung sowie verlässliche, authentische, empathische und zugewandte Beziehungen, den dialogischen Austausch und einen gleichwürdigen sowie respektvollen Umgang, bei dem ihre Kompetenzen anerkannt und ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden. Sie brauchen einen Lernort, der ihnen ermöglicht, ihre individuellen Potentiale zu entfalten und die notwendigen Fähigkeiten auszubilden, um mit den Herausforderungen einer immer komplexer werdenden, digitalisierten, wissensorientierten und globalisierten Welt zurecht zu kommen.

Menschen sind soziale Wesen. Ihr Wohlbefinden hängt in einem hohen Maß von der Qualität der Beziehungen ab, die sie untereinander pflegen. Die innere Haltung zum Kind ist bereits eine andere, wenn ihnen ihre Individualität zugestanden und nicht erwartet wird, dass jedes Kind im Alter von x Jahren das Gleiche können muss. Wir als Eltern aber auch Lernbegleiter oder Lehrer haben die große Aufgabe, Kinder so anzunehmen, wie sie sind, sowie ihre Individualität und Persönlichkeit von klein auf zu respektieren. Geduld und Achtung vor dem Kind sowie eine empathische, wohlwollende und offene Grundhaltung sind die wichtigsten Eigenschaften, die diese Aufgabe fordert. Die meisten Schulen bieten allerdings nicht den notwendigen Rahmen dazu.

Ziel muss es aber sein, die Freude des Kindes an der Arbeit zu bewahren. Nicht das Kind sollte auf die Schule vorbereitet werden und sich dieser anpassen. Die Schule muss sich auf die Befindlichkeiten der Kinder einstellen! Hier ist ein Umdenken ganz dringend gefragt! Schule muss ein Ort sein, an dem jeder „er selbst“ sein darf und aus der Umgebung das aussuchen kann, was zu seiner eigenen Entwicklung benötigt wird.

Saluditos & Axé

Eure

Aida S. de Rodriguez

 

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Quellenangabe und Literaturempfehlung zu diesen Artikel:

Remo H. Largo: Lernen geht anders: Bildung und Erziehung vom Kind her denken (Largo)

Fred O. Donaldson: Von Herzen spielen: Die Grundlagen des ursprünglichen Spiels (Mit Kindern wachsen)

Rebecca Wild: Kinder im Pesta: Erfahrungen auf dem Weg zu einer vorbereiteten Umgebung für Kinder

Maria Montessori: Grundlagen meiner Pädagogik: und weitere Aufsätze zur Anthropologie und Didaktik

Foto von JenkoAtaman, erworben bei Fotolia.

About The Author

Aida S. de Rodriguez

Aida ist Mutter eines Zwillingspärchens und eines ein Jahr jüngeren Sohnes. Ihre Kinder wachsen interkulturell, mehrsprachig sowie bedürfnisorientiert auf. Als Coach, Beraterin und Trainerin begleitet sie Menschen rund um die Themen Unerzogen, Selbstwirksamkeit, Transformationsprozesse und Diversity. Ihre Vision ist ein gleichwürdiges Miteinander aller Menschen. Dafür setzt sie sich für die Rechte von Kindern auf gewaltfreien Umgang sowie auf ein selbstbestimmtes Leben und Lernen ein.

8 Comments

  • Dagmar

    Reply Reply 24. Oktober 2016

    Gerade passiert sehr viel in den Köpfen vieler Menschen, was die Vorstellung über das Lernen betrifft. Darüber bin ich unglaublich froh. Habe ich vor 20 Jahren mal in einer runde, in der Regel immer kritisch und alternativ denkende Menschen, gesagt habe, daß ich gegen Schulpflicht bin, weil es Gewalt gegen das Kind ist, es zum Schulbesuch zwingen zu wollen, ging ein Aufschrei durch die Gruppe. “ Das geht doch nicht.“ „Das würde ja ausgenutzt werden.“ „Und was soll aus den Kindern werden?“ usw. Mittlerweile sehe ich eine große Aufgeschlossenheit gegenüber dem Thema freie Bildung, in welcher Form auch immer. Mein ältester Sohn ist 1998 eingeschult worden, mein Zweitjüngster gerade vor 6 Wochen. Was für ein Unterschied. Wir haben für ihn einen Platz an einer freien Schule, die den Namen wirklich verdient und es vergeht kein Tag, an dem wir uns nicht darüber freuen. Diesmal ist die Einschulung kein Bruch in der Biographie, sondern ein Weiterleben dessen, was wir kennen. Es gibt leider immer noch zu wenig freie Schulen und die Schulpflicht gibt es noch. Ich habe gesehen, daß ihr eine freie Schule gründen wollt. Wie weit seid ihr da bereits? LG Dagmar

    • Aida S. de Rodriguez

      Reply Reply 4. November 2016

      Hallo liebe Dagmar,

      danke für deine Worte. Ich erlebe es ähnlich und sehe derzeit sehr viel Bewegung. Sowohl hier als auch im Ausland.

      Wir hatten gestern unser Gespräch bei der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft und durchweg positives Feedback erhalten. Der Antrag ist nun offiziell gestellt.

      Alles Liebe
      Aida

  • Dalia

    Reply Reply 25. Oktober 2016

    Erst vor kurzem habe ich darüber nachgedacht warum ich gerne zur Schule gegangen bin. Und es waren definitiv meine Eltern, die mir in dieser Hinsicht keinen Druck gemacht haben und mich unterstützt haben. Ich durfte z.B. einfach mal daheim bleiben, auch ohne krank zu sein. Und wenn es zu viele Hausaufgaben gab, schrieben sie mir eine Entschuldigung. Bei den Lehrern kam das nicht so gut an, denke ich, aber ich war immer vorn dabei bei den Prüfungen.
    Ich habe auch den Vergleich, da ich ein paar Jahre bei meiner Großmutter gewohnt habe, die sich streng an die Regeln hielt. Da ging ich dann weder gerne zur Schule, noch gerne heim.

    • Aida S. de Rodriguez

      Reply Reply 4. November 2016

      Vielen Dank, liebe Dalia, dass du uns ein wenig daran Teilhaben lässt.

      Ich habe ähnliche Erfahrungen machen dürfen. Für mich war Schule keine Belastung, keine Herausforderung, aber auch kein Ort, an dem ich meine Freunde traf. Es war schlicht Zeitverschwendung. Und das ist in meinen Augen bereits Grund genug, es anders zu machen!

      Alles Liebe
      Aida

  • Zarah

    Reply Reply 16. Januar 2017

    DANKE!!
    Einfach nur Danke für diesen tollen Text, der (wieder mal) so gut meine Gedanken und Gefühle trifft und SO vielen (endlich) die Augen öffnen könnte!! Ich bin *leider* nicht mehr bei Facebook und co, sonst würde ich ihn gerne teilen.
    Und ich HOFFE so sehr, ganz eigennützig ;), dass das mit eurer Apego Schule klappt, denn das wäre definitiv eine Schule, wo ich meine Kinder „guten Gewissens“ hinschicken würde. Mein älterer Sohn muss 2018 eingeschult werden, also drücke ich sowohl für euch als auch für uns die Daumen, dass eure Schule bald starten kann!! <3

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