Dankbarkeit lässt die Liebe zu deinem Kind sichtbar werden

Hands of holding each other in field on road and sun

Seit Tagen werde ich getragen vom Gefühl der Dankbarkeit. Mein Pensum ist derzeit enorm, ständig tauchen neue Herausforderungen auf, dennoch ist da tief in mir dieses Gefühl des Glücks und der absoluten Zufriedenheit. Ich fühle mich zum jetzigen Zeitpunkt in der Beziehung zu meinen Kindern und mit meinem Leben vollkommen in emotionaler Balance.

Ich sehe meine Kinder und empfinde einfach nur Liebe und Glück. Das heißt nicht, dass wir keine Reibereien mehr am Tag haben, uns gegenseitig ärgern oder mal das absolute Chaos ausbricht. Doch mein Blick ist ein anderer und das ermöglicht mir viel öfter, in Liebe zu handeln.

In meinen Coachingstunden der letzten Wochen kam ich immer wieder an den Punkt, an dem mich mein Gegenüber daran erinnerte, wie sehr das Handeln der Kinder von Liebe getragen ist. Das wirkt sich natürlich auch auf mich aus, denn auch wenn ich es weiß, so gerät es auch bei mir im Eifer des Alltags gerne mal in Vergessenheit.

Nun sind sie aber da, ganz präsent und in all ihren Facetten: Die Liebe und die Dankbarkeit darüber, dass ich diese kleinen Menschen ins Leben begleiten darf. Die Freude darüber, dass ich diese unglaubliche Liebe meiner Kinder spüren, mit ihrer Hilfe täglich Neues über mich erfahren und geglaubte Grenzen sprengen kann.

Diese tiefe Dankbarkeit, gefolgt von vollkommener Zufriedenheit, spürte ich schon andere Male in meinem Leben. Als ich das Jahr meines Lebens als Studentin und Praktikantin in Lateinamerika verbrachte oder auch als ich meine zwei Babys nach drei Monaten Neonatologie endlich nach Hause bringen durfte und ihre Nähe in den darauffolgenden Wochen einfach genießen konnte.

Der Unterschied aber ist, ich bin es mir heute vollkommen bewusst und kann dieses unbeschreibliche Gefühl trotz aller Müdigkeit greifen und benennen. Ich erkenne das Gefühl und das erfüllte Bedürfnis, vor allem aber bin ich selbst die Schöpferin dessen gewesen. Es ist nicht das Resultat eines bombastisch spannenden und einzigartigen Jahres im Ausland, auch nicht die Folge der Erleichterung nach einer langen Zeit des Bangens und Hoffens.



Meine Dankbarkeit entspringt meiner Haltung

Sie ist in mir und durch mich zu gestalten. Sie ist das Ergebnis meiner bewussten Entscheidung. Und das hat eine gänzlich andere Dimension.

Innere Dankbarkeit ist ein Bedürfnis und hat nichts mit Höflichkeit und der Erziehung zum Dank zu tun. Dankbarkeit, so wie ich sie erlebe, bedingt und bewirkt Gelassenheit sowie Selbstvertrauen. Sie resultiert aus der Fähigkeit Liebe zu erkennen und die Chance in den Dingen, die wir erleben, zu sehen.

Es ist faszinierend, zu erleben, wie der Prozess der Transformation weiterhin neue Ebenen erreicht und uns so neue Handlungsalternativen ermöglicht. Häufig suchen wir krampfhaft nach neuen Methoden und Strategien, dabei ergeben sie sich oft von ganz alleine, wenn wir uns trauen, an unserer Haltung zu arbeiten.

Wir Eltern – und ich schreibe bewusst wir – quälen uns so oft mit unseren Fehlern und mit der Frage nach der „Schuld“. Nicht selten geraten wir dabei in eine dekonstruktive und somit kontraproduktive Spirale. Dabei sind „Fehler“ ein so wertvolles Geschenk. Wie oft fragst du dich, was du aus deinen Fehlern und Erfahrungen gelernt hast, anstatt dich in deiner Schuld zu suhlen oder schlimmer noch, es dir in der Opferrolle bequem zu machen?



Niemand lässt Erziehung von jetzt auf gleich hinter sich

Veränderungen verlaufen nicht auf einer geraden Linie nach oben, sondern sind von einem ständigen Auf und Ab mit einigen mitunter auch sehr tiefen Tälern gekennzeichnet. Es ist normal, auf dem Weg verunsichert zu sein und unter der Anstrengung Hilfe zu benötigen.

Umso wichtiger ist es, dass wir für uns eine Vision kreieren und so die Beziehung nicht aus dem Fokus verlieren. Welche Beziehung möchtest du zu dir (!), zu deinem Kind und allen anderen Menschen führen? Welche Werte soll sie tragen? Diese geben dir die nötige Orientierung und bilden die Leitplanken auf deinem Weg. Dafür benötigst du keine Methoden und Techniken. Haltung ist Orientierung, auch dann, wenn diese nicht immer in unserem Handeln Ausdruck findet.

Wir dürfen diese Fehler machen, denn sie ermöglichen es uns, zu erkennen und zu lernen. Fehler sind also Geschenke auf unseren Weg, die wir annehmen und umwandeln dürfen. Allgemein dürfen wir Geschenke annehmen, die Frage ist aber häufig, ob wir diese überhaupt erst erkennen.

Ich bin dankbar, dass ich die Liebe im Tun meiner Kinder erkenne. Die Liebe zu sich und zu mir. Und ich bin dankbar dafür, dass dieser Umstand mir erlaubt, immer mehr diejenige zu sein, die ich als Mutter, Frau und Mensch sein möchte.

Kinder sind Kinder sind Menschen. Sie tun Dinge für sich und weil sie uns lieben. Sie wollen uns nicht ärgern oder provozieren. Sie suchen Beziehung und Kontakt. Sie brauchen uns. Für sich. Für ihre Bedürfnisse. Aus Liebe. Zu sich. Und uns…

Saluditos & Axé

Eure

Aida

 

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Foto von Alekss, Fotolia.

About The Author

Aida S. de Rodriguez

Aida ist Mutter eines Zwillingspärchens und eines ein Jahr jüngeren Sohnes. Ihre Kinder wachsen interkulturell, mehrsprachig sowie bedürfnisorientiert auf. Als Coach, Beraterin und Trainerin begleitet sie Menschen rund um die Themen Unerzogen, Selbstwirksamkeit, Transformationsprozesse und Diversity. Ihre Vision ist ein gleichwürdiges Miteinander aller Menschen. Dafür setzt sie sich für die Rechte von Kindern auf gewaltfreien Umgang sowie auf ein selbstbestimmtes Leben und Lernen ein.

2 Comments

  • Franzi

    Reply Reply 11. Februar 2017

    Das ist ein schöner Text! Ich kann fühlen was du meinst! Immer öfter gelingt es mir auch dieses Gefühl im Alltag zu leben. Wie gerne wüsste ich, wie ich meinen Mann dazu inspirieren kann sich auf dem Weg zu dieser Haltung zu machen. Er liest nicht all diese Bücher und Blogs die mir auf meinem Weg sehr helfen…

  • Jana

    Reply Reply 15. Februar 2017

    Aus aktuellem Anlass möchte ich hier mit euch ein Video teilen, das sehr eindrücklich zeigt, wie ein 14-jähriges Mädchen durch seelische Misshandlung und Vernachlässigung durch die eigene Mutter, welche streng religiös ist, in den schleichenden Selbstmord getrieben wird.

    Vorsicht, Triggergefahr für alle, die unter ihrer eigenen religiösen Erziehung und einer verletzenden Mutter gelitten haben.

    !!! Das Video ist leider nur noch bis Samstag verfügbar!!!

    http://www.arte.tv/guide/de/049825-000-A/kreuzweg

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