Kinder brauchen weder Grenzen noch Strafen. – Punkt.

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Ein neuer Aufruf auf Social Media und die Gemüter kochen auf. Eine These wird im Raum gestellt: Damit unsere Kinder uns nicht auf der Nase herumtanzen, müssen auch mal Grenzen oder Strafen eingesetzt werden.“ Das Medien-Team möchte Wissen wie dies im Alltag funktioniert, wie Eltern es umsetzen und was „neuartige Erziehungstipps“ nutzen.

 

Kinder brauchen keine Grenzen.

Kinder brauchen Erwachsene, die die Grenzen der Kinder respektieren und wahren sowie die eigenen kennen.

Grenzen sind überall. Sie müssen nicht künstlich erschaffen werden oder als erzieherisches Mittel Kinder zusätzlich limitieren. Unsere Aufgabe als fürsorgliche Erwachsene besteht vielmehr darin, Kindern integritätswahrende Wege im Umgang mit bestehenden Grenzen aufzuzeigen. Wir schützen sie nicht, indem wir ihnen Grenzen setzen, denn dieses „setzen von Grenzen“ erzeugt kein Verständnis. Kinder suchen auch keine Grenzen. Sie suchen uns.

 

Strafen schaden immer.

Was Kinder brauchen sind Erwachsene, die sie ernst nehmen und ihnen gewaltfreie, beziehungsorientierte Konfliktlösungsstrategien vorleben.

Strafen sind keine Alternative und kein legitimes Mittel im Umgang mit jungen Menschen. Kinder, die bestraft werden, verlieren das Vertrauen in ihre Eltern und letztlich in sich selbst. Sie werden mit ihren Bedürfnissen und der eigenen Überforderung allein gelassen. Das erzeugt Wut, Ohnmacht, Frustration und Angst. Kinder brauchen Schutz und zwar vor Machtmissbrauch und Gewalt.

 

Eltern brauchen Entlastung und Orientierung.

Diese erfahren sie nicht, indem sie ihre Kinder bestrafen. Auch das Allheilmittel „Grenzen setzen“ hat ganz offensichtlich uns noch kein Stück weitergebracht.

Die Überforderung und Ängste von Eltern müssen wir ernst nehmen. Wir dürfen dabei jedoch nicht Lösungswege verharmlosen, die auf den Rücken von Kindern ausgetragen werden.

Eltern brauchen Menschen, die ihnen bindungs-, bedürfnis-, und beziehungsorientierte Alternativen vorleben. Diese führen stets über die Suche nach den tatsächlichen Ursachen für das Verhalten und bedeuten zugleich das Bedürfnis des Kindes in den Fokus zu nehmen. „Schlechtes Benehmen“, aggressives Verhalten, Lügen, usw. sind immer ein Zeichen für einen großen Mangel. Genau dahin müssen wir schauen.

Dazu gehört, dass wir unsere Haltung überdenken und Kinder in ihrer Würde respektieren und als Menschen anerkennen. Strafen, aber auch das willkürliche Setzen von Grenzen sind menschenunwürdig. Sie verstoßen damit gegen die UN-Kinderrechtskonvention, welche in der deutschen Verfassung im §1631 (BGB) ihren gesetzlichen Rahmen findet. Demnach geht es bei „neuartige“ Wege im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, um eine optionslose Pflicht aller, die unser Grundgesetzt, aber auch sich selbst ernst nehmen (wollen). „Erziehungstipps“ hingegen, gehören mit Grenzen und Strafen in die Tonne!

 

In meinem frisch veröffentlichen Buch „Es geht auch ohne Strafen!“ beschreibe ich dezidiert, welche Folgen Strafen für die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern haben, aber auch wie diese Kinder in ihrer Entwicklung und Lernen hemmen und nachhaltig schaden. Im Buch zeige ich daneben 28 Alternativen, die sofort umgesetzt werden können und auch in ganz konkrete Akutsituationen helfen können. Denn es gibt sie, beziehungsorientierte Wege, die unsere Kinder sowie die Beziehung zu ihnen stärken, aber auch uns das Leben langfristig leichter machen.

 

Saluditos & Axé

Eure

Aida S. de Rodriguez

 

PD: Meine Kommunikationskanäle laufen Sturm. Ich bin wie immer im Zwiespalt. Antworte ich auf deren Plattform, unterstütze ich sie indirekt durch meine Aufmerksamkeit und zusätzliche Clicks. Lasse ich es stehen, legitimiere ich das Vorgehen mit meinem Schweigen. Verantwortung heißt, auch mal Entscheidungen treffen zu müssen, die von uns eine Menge Ambiguitätstoleranz abfordern. So habe ich oben im Zitat die Plattform selbstverständlich verlinkt…

Foto: Aida S. de Rodriguez

 

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About The Author

Aida S. de Rodriguez

Aida ist Mutter eines Zwillingspärchens und eines ein Jahr jüngeren Sohnes. Ihre Kinder wachsen interkulturell, mehrsprachig sowie bedürfnisorientiert auf. Als Coach, Beraterin und Trainerin begleitet sie Menschen rund um die Themen Unerzogen, Selbstwirksamkeit, Transformationsprozesse und Diversity. Ihre Vision ist ein gleichwürdiges Miteinander aller Menschen. Dafür setzt sie sich für die Rechte von Kindern auf gewaltfreien Umgang sowie auf ein selbstbestimmtes Leben und Lernen ein.

2 Comments

  • Ferdi

    Reply Reply 29. Oktober 2019

    Hallo,

    um diesen Seiten keinen Traffic durch eine Verlinkung zu schenken, kannst du https://donotlink.it/ zum Verlinken nutzen.

    Grüße
    der Ferdi

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